Ice Swimming German Open in Burghausen 08.-10.01.2016

Kein Wochenende für Warmduscher

Letztes Jahr konnte ich mir nicht vorstellen auch nur 20 Meter bei 3,9°C Wassertemperatur

zu schwimmen, aber Conny belehrte mich eines Besseren.

„Wir schaffen das“

Seit Oktober trainieren wir jedes Wochenende in der Tongrube Steinbach unter ungläubigen Augen warm eigepackter Angler und schwimmen unsere Runden.

Anfangs 5, später 10-15 Minuten. Geduldig ertragen wir die Schmerzen und das Zittern, Stromschläge durchzogen unsere Muskeln , auch daran  gewöhnt man sich!

Conny hatte ja ganz große Ziele: 200m, 500m und weil es so schön ist noch die 1.000m um sich für die WM im kommenden Jahr an gleicher Stelle zu qualifizieren. Ich war bescheidener und habe nur für die 50m gemeldet um das Treiben zu beobachten und im nächsten Jahr dann in der AK60 anzugreifen. Außerdem stellte ich mit meiner Familie den Fanblock, um Conny lautstark anzufeuern. (hat geholfen).

Ich musste feststellen das 50m absolut kein Problem sind und von den Wassertemperaturen nichts zu merken war. Das die Außentemperuren von 4°C, zeitweiser Wind und Regen den Zuschauern viel mehr zusetzten, war schade, denn das Panorama (wenn es der Nebel freigab)  mit der längsten Burg Europas war sensationell.

(für mich standen zu Buche: 1.000 KM 10h Autofahrt und 40s schwimmen, na Klasse!!!)

Am Freitag, nach der grandiosen Eröffnungsfeier mit Einmarsch aller anwesenden Athleten startete Conny über 200m, was quasi ihr Einschwimmen für die längeren Strecken an den kommenden Tagen war. Bei diesem Einschwimmen verpasst sie das Treppchen nur ganz knapp. Samstag dann:

Deutsche Meisterin ihrer AK über 500m:   „Conny Prasser“!!!

Hatte ich etwa was anderes erwartet? Nein!

Erstaunlich wie sie die 500m abspulte, stilistisch sehr sauber bis zum letzten Meter und natürlich schnell: 8.32. min. Ihre Kontrahentin hatte nur auf den ersten 200m dagegen halten können und die war mit 8.37min auch nicht gerade langsam.

!!!…Conny war mit sich selbst zufrieden…!!!

Sonntag stand dann die Königsdisziplin an: 1.000m! Conny wurde aufgrund ihrer Leistungen an den Vortagen nachträglich in das Favoriten-Finale eingeteilt. So konnte sie am Vormittag noch die Konkurrenz studieren. Am Nachmittag wurde es dann ernst. Gemeinsam mit Stars aus Simbabwe, Finnland, Österreich, der amtierenden Weltmeisterin und  drei weiteren deutschen schnellen Mädels marschiert Conny in den Startbereich ein. Nachdem jede einzelne Schwimmerin vorgestellt wurde, hieß es: „take off your clothes“, „go into the water“, „on your marks“ und „beep“! Bis 800m lag Conny richtig gut, doch dann kroch die Kälte in ihren Körper, was ihre Bewegungen und Orientierung sichtlich erschwerte. Ihr direkte Konkurrentin nutzte dies aus und zog an ihr vorbei. Am Ende stand mit 17.46 min der 5. Platz in diesem Lauf und der 6. Platz gesamt zu Buche. Viel wichtiger war: sie hatte die Normzeit für die WM geschafft und gilt als bislang viertbeste deutsche Frau für die WM als nominiert. Bleibt zu hoffen, dass dies so bleibt, denn es stehen weltweit noch weitere Wettkämpfe an, wo sich andere deutsche Mädels qualifizieren können. Aber auch Conny wird das eine oder andere Schwimmen noch angehen und versuchen, ihre Zeit zu verbessern.

In diesem Sinne: Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf! Keep Frozen!

Ralf Reichelt

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