Das Schloss Moritzburg

Schloß Moritzburg befindet sich inmitten eines der interessantesten Landstriche Sachsens. Eingebettet in eine glitzernde Teichlandschaft liegt es auf einer im 18. Jahrhundert künstlich angelegten Insel. Der sich nördlich der Schloßanlage anschließende Park grenzt mit seiner Natursteinmauer an den Friedewald. Dieser war seit Jahrhunderten Jagdgebiet der Wettiner.

In den Jahren 1542 bis 1546 wurde anstelle des heutigen Barockschlosses bereits ein Jagdhaus, die Moritzburg, auf Veranlassung des Herzogs Moritz von Sachsen (1521 – 1553) errichtet. Mit dem Bau des Renaissancehauses wurden die Architekten Caspar Voigt von Wierandt und später Hans Dehn-Rothfelser beauftragt.

Die Umgebung des Schlosses ist wesentlich geprägt durch die noch heute erhaltene Tiergartenanlage. Pläne zur Gestaltung eines Tiergartens sind bis in das 17. Jahrhundert zu verfolgen. Reste der Mauer aus Serpentinit und Granitstein, die den Tiergarten umgab, zeigen noch die ursprünglichen Ausmaße dieses Areals zur Hege von Rotwild. In diesem Tiergarten wurde ein Gelände speziell für die Parforcejagd hergerichtet. Hetzjagden auf einen Rothirsch oder auf Schwarzwild fanden in einem System von 8 sternförmig aufeinander zulaufender Schneisen statt. Die Anlage existiert heute noch, einige hundert Meter nördlich vom Schloßpark, mitten im Friedewald.

Das Moritzburger Schloß in seiner heutigen Gestalt entstand 1723 bis 1733 unter der Leitung des Oberlandbaumeisters Matthäus Daniel Pöppelmann im Auftrag August des Starken. Im Innern birgt das Schloß kostbare sächsische Möbel der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, Meißner Porzellan, Gemälde und eine der bedeutendsten Rothirschtrophäen-Sammlungen Europas mit der stärksten Rothirschtrophäe der Welt. Von kunsthistorisch und kunsthandwerklich einmaligem Wert ist die kostbare Lederwandbespannung, die sich in fast allen Räumen des Museums befindet. Sie besteht aus einzelnen Rapporten, welche mit Blattsilber belegt und mit leuchtenden Farben bemalt wurden. Jagdszenen und Darstellungen aus dem Leben der Jagdgöttin Diana schmücken die Wände der großen Festsäle. Kleinere Quartiere sind mit ornamental verziertem Leder, das gepunzt oder mit Holzmodeln geprägt wurde, ausgestattet.

Das Landschaftsensemble wird ergänzt durch das Fasanenschlößchen mit Hafenanlage und Leuchtturm am Bärnsdorfer Großteich. Es wurde für Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen 1769 bis 1772 errichtet. Moritzburg mit dem barocken Jagdschloß als Zentrum, seinen künstlich angelegten Teichen zur Karpfenzucht im Friedewald, mit der heute noch existierenden Parforcejagdanlage und dem Hellhaus, dem Fasanenschlößchen, dem Miniaturhafen am Großteich für „fürstliche“ Spiele auf dem Wasser und einer künstlichen Ruinenanlage, den Dardanellen, ist eine Landschaft, deren Vielfalt und deren Reichtum an kulturellen Kostbarkeiten Gäste aus aller Welt anlockt.

Weitere Informationen zum Schloss und Umgebung finden Sie unter

www.schloss-moritzburg.de

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